Roboter, die selbstständig Müll sortieren, Apps, die Bienenvölker retten, oder Materialien, die aus Pilzen bestehen – klingt nach Science-Fiction, ist aber Alltag bei Jugend forscht. Seit über 60 Jahren zeigt Deutschlands bekanntester Nachwuchswettbewerb, dass junge Menschen mit ihren Ideen echte Probleme lösen können. Ob du selbst forschen möchtest oder als Unternehmen Nachwuchstalente entdecken willst: Hier erfährst du alles, was du über Jugend forscht wissen musst.
Was ist Jugend forscht eigentlich genau?
Jugend forscht ist Deutschlands größter und bekanntester Nachwuchswettbewerb im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – kurz MINT. Gegründet wurde der Wettbewerb bereits 1965 von der Zeitschrift stern, um junge Talente zu fördern und Deutschland als Forschungsstandort zu stärken. Seitdem haben mehr als 300.000 junge Menschen daran teilgenommen.
Das Prinzip ist einfach erklärt: Schülerinnen und Schüler entwickeln eigene Forschungsprojekte zu einem selbst gewählten Thema, reichen diese ein und präsentieren sie anschließend vor einer Fachjury. Wer überzeugt, kommt von der Regionalrunde über den Landeswettbewerb bis zum Bundesfinale.
Wer darf bei Jugend forscht mitmachen?
Der Wettbewerb ist in zwei Altersgruppen aufgeteilt, damit alle faire Chancen haben:
Schüler experimentieren
Für alle bis 14 Jahre. Der perfekte Einstieg, um erste Forschungsluft zu schnuppern – ganz ohne Druck.
Jugend forscht
Für alle von 15 bis 21 Jahren (max. bis zum Abschluss der Ausbildung oder des Studiums). Hier geht’s richtig in die Tiefe.
Wichtig zu wissen: Man kann alleine oder im Team mit bis zu drei Personen teilnehmen. Eine erwachsene Betreuungsperson – zum Beispiel eine Lehrkraft oder jemand aus einem Unternehmen – begleitet das Projekt fachlich.
In welchen Fachgebieten kann ich forschen?
Ganz gleich, ob du dich für Technik, Natur oder Zahlen begeisterst – bei Jugend forscht findet sich für fast jedes Interesse ein passendes Fachgebiet:
Biologie
Pflanzen, Tiere, Ökosysteme
Chemie
Reaktionen, Materialien, Stoffe
Arbeitswelt
Prozesse, Organisation, Ergonomie
Mathematik/Informatik
Algorithmen, Apps, Programme
Geo- und Raumwissenschaften
Klima, Umwelt, Weltall
Physik
Energie, Kräfte, Naturgesetze
Technik
Roboter, Maschinen, Konstruktion
Wie läuft die Teilnahme konkret ab?
Vom ersten Einfall bis zur Bühne beim Bundesfinale ist es ein spannender Weg. So funktioniert der Ablauf Schritt für Schritt:
Idee finden
Ein Thema wählen, das dich wirklich interessiert – das ist die halbe Miete.
Anmeldung
In der Regel bis Ende November über die offizielle Anmeldeplattform.
Forschen & Dokumentieren
Experimentieren, Ergebnisse sammeln und in einer schriftlichen Arbeit festhalten.
Regionalwettbewerb
Präsentation vor der Jury, meist im Februar.
Landes- & Bundesfinale
Die besten Projekte qualifizieren sich für die nächste Runde.
💡 Gut zu wissen
Auch ohne Sieg lohnt sich die Teilnahme immer! Du sammelst wertvolle Erfahrung im Präsentieren, lernst Wissenschaftler und Unternehmen kennen und kannst die Teilnahme super in Bewerbungen für Praktika oder Ausbildungsplätze erwähnen.
Warum lohnt sich Jugend forscht für Schülerinnen und Schüler?
Das bringt dir die Teilnahme
- Praxiserfahrung pur: Du lernst wissenschaftliches Arbeiten nicht aus dem Schulbuch, sondern durch eigenes Tun.
- Persönlichkeitsentwicklung: Präsentieren vor Jurys stärkt dein Selbstbewusstsein enorm.
- Netzwerk: Du triffst Unternehmen, Hochschulen und andere Forschungsbegeisterte.
- Karrierevorteil: Eine Teilnahme macht sich hervorragend in jeder Bewerbung.
- Preise & Stipendien: Neben Geld- und Sachpreisen winken teils auch Studien- oder Stipendienplätze.
Wie finde ich das richtige Forschungsthema?
Die beste Frage ist meist: Was nervt mich im Alltag, und wie könnte man das lösen? Viele erfolgreiche Jugend-forscht-Projekte sind aus ganz alltäglichen Beobachtungen entstanden – vom Schulweg bis zum eigenen Zimmer. Wichtig ist, dass das Thema dich wirklich interessiert, denn du wirst dich mehrere Monate damit beschäftigen.
Was Unternehmen über Jugend forscht wissen sollten
Auch für Unternehmen ist Jugend forscht eine echte Fundgrube – schließlich treffen hier die MINT-Talente von morgen aufeinander.
Warum sich Engagement für Unternehmen lohnt
🎯 Frühzeitige Nachwuchssicherung
Sie lernen technikbegeisterte junge Menschen kennen, bevor der Wettbewerb um Azubis und Fachkräfte losgeht.
🤝 Als Partner sichtbar werden
Viele Unternehmen unterstützen Projekte als Betreuungsbetrieb, stellen Räume, Material oder Fachwissen zur Verfügung.
💡 Innovationsimpulse
Die unverbrauchten Ideen junger Forscherinnen und Forscher bringen frischen Wind in bestehende Prozesse.
📣 Positive Außenwirkung
Engagement für Bildung und Nachwuchsförderung stärkt das Image als verantwortungsbewusster regionaler Arbeitgeber.
Wie können sich Unternehmen konkret einbringen?
- Als Betreuungsbetrieb für ein laufendes Forschungsprojekt fungieren
- Praktikumsplätze für interessierte Jugend-forscht-Teilnehmende anbieten
- Bei Regionalwettbewerben als Sponsor oder Juror mitwirken
- Eigene Ausbildungsberufe und Praxisaufgaben vorstellen, die zu MINT-Themen passen
So unterstützt die InnoAcademy 4 School
Die InnoAcademy 4 School bringt Unternehmen und Schülerinnen und Schüler zusammen – praxisnah und auf Augenhöhe. Statt allgemeiner Berufsorientierung stellen sich Unternehmen mit konkreten Aufgaben vor, an denen Schüler direkt mitarbeiten können. So entsteht echter Kontakt zwischen MINT-Talenten und regionalen Betrieben, lange bevor es um Ausbildungsplatz oder Ferienjob geht. Für Unternehmen ein idealer Weg, um sich als attraktiver Arbeitgeber für die Fachkräfte von morgen zu positionieren.
Häufige Stolpersteine – und wie du sie vermeidest
Zeitmanagement richtig planen
Die häufigste Herausforderung ist der Zeitdruck. Beginne daher am besten schon im Sommer mit der Themenfindung, damit genug Zeit für Experimente und die Dokumentation bleibt.
Die richtige Betreuung finden
Eine engagierte betreuende Lehrkraft oder ein Ansprechpartner in einem Unternehmen kann den Unterschied machen. Scheue dich nicht, aktiv nach Unterstützung zu fragen – die meisten Fachleute freuen sich über das Interesse.
Dokumentation nicht unterschätzen
Eine klare, nachvollziehbare schriftliche Arbeit ist mindestens genauso wichtig wie das Experiment selbst. Plane dafür ausreichend Zeit ein.
Ab welchem Alter kann man bei Jugend forscht mitmachen?
Die Teilnahme ist grundsätzlich ab der ersten Klasse möglich. Bis 14 Jahre startet man in der Sparte „Schüler experimentieren“, ab 15 Jahren bis zum Ende der Ausbildung oder des Studiums (maximal 21 Jahre) läuft man in der Sparte „Jugend forscht“ mit.
Muss ich alleine forschen oder kann ich im Team teilnehmen?
Beides ist möglich! Du kannst dein Projekt alleine bearbeiten oder dich mit bis zu zwei weiteren Personen zu einem Team von maximal drei Teilnehmenden zusammenschließen.
Was kostet die Teilnahme an Jugend forscht?
Die Teilnahme selbst ist kostenlos. Es können lediglich Materialkosten für dein Forschungsprojekt entstehen, die je nach Thema variieren. Viele Schulen oder Unternehmen unterstützen dabei mit Material oder Räumlichkeiten.
Wie können Unternehmen Schülerprojekte bei Jugend forscht unterstützen?
Unternehmen können als Betreuungsbetrieb fungieren, Fachwissen, Räume oder Material zur Verfügung stellen, als Juroren oder Sponsoren bei Regionalwettbewerben mitwirken oder über Plattformen wie die InnoAcademy 4 School direkt mit interessierten Schülerinnen und Schülern in Kontakt treten.
Welche Vorteile bringt eine Jugend-forscht-Teilnahme für spätere Bewerbungen?
Eine Teilnahme zeigt Eigeninitiative, wissenschaftliches Denken und Durchhaltevermögen. Diese Erfahrung macht sich hervorragend in Bewerbungen für Praktika, Ausbildungsplätze oder Studienplätze und hebt dich von anderen Bewerbern positiv ab.
