Die Suche nach dem perfekten Azubi oder Praktikanten in Kriebstein wird für Unternehmen zunehmend zur Herausforderung. Demografischer Wandel, veränderte Erwartungen junger Menschen und ein intensiver Wettbewerb um Talente erfordern neue Wege im Recruiting. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie als Unternehmen in Kriebstein und Umgebung durch innovative Strategien und frühzeitige Talentbindung die besten Nachwuchskräfte für sich gewinnen – und wie Schüler spannende Unternehmen direkt vor ihrer Haustür entdecken können.

Übersicht

Warum Azubi-Recruiting in Kriebstein besondere Herausforderungen mit sich bringt

Kriebstein, die malerische Gemeinde im Landkreis Mittelsachsen mit rund 3.500 Einwohnern, steht exemplarisch für die Herausforderungen vieler mittelständischer Regionen in Deutschland. Die demografische Entwicklung zeigt deutlich: Die Zahl der Schulabgänger sinkt kontinuierlich, während gleichzeitig der Bedarf an qualifizierten Fachkräften steigt.

3.500

Einwohner in Kriebstein

-12%

Rückgang Schulabgänger seit 2020

67%

Unternehmen berichten von Recruiting-Schwierigkeiten

5:1

Verhältnis offene Stellen zu Bewerbern

Besonders kleinere und mittlere Unternehmen in Kriebstein und den umliegenden Gemeinden wie Waldheim, Hartha oder Döbeln konkurrieren nicht nur regional, sondern auch mit Großstädten wie Chemnitz und Leipzig um die besten Talente. Junge Menschen orientieren sich heute stärker an Karrieremöglichkeiten, Unternehmenskultur und der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben – klassische Stellenanzeigen reichen längst nicht mehr aus.

Die veränderten Erwartungen der Generation Z verstehen

Schülerinnen und Schüler zwischen 13 und 15 Jahren, die heute ihre ersten Schritte in die Berufswelt machen, gehören zur Generation Z. Diese Generation hat ganz spezifische Erwartungen an zukünftige Arbeitgeber, die sich deutlich von früheren Generationen unterscheiden.

Was Jugendliche heute von Unternehmen erwarten

Echte Einblicke statt Hochglanzbroschüren

Jugendliche wollen wissen, wie der Arbeitsalltag wirklich aussieht. Authentizität schlägt perfekt inszenierte Werbung.

Sinnstiftende Tätigkeiten

Die Arbeit soll nicht nur Geld bringen, sondern einen Beitrag leisten – zur Gesellschaft, zur Umwelt oder zur Innovation.

Digitale Kompetenz des Unternehmens

Moderne Technologien, digitale Prozesse und zeitgemäße Kommunikationswege sind selbstverständliche Erwartungen.

Individuelle Entwicklungsmöglichkeiten

Weiterbildung, persönliche Förderung und klare Karriereperspektiven sind entscheidende Faktoren bei der Berufswahl.

Work-Life-Balance

Flexible Arbeitszeiten, Homeoffice-Optionen und Verständnis für private Verpflichtungen werden zunehmend wichtiger.

Wertschätzung und Mitgestaltung

Junge Menschen wollen von Anfang an ernst genommen werden und ihre Ideen einbringen können.

Der Wandel im Bewerbungsprozess

Während früher Unternehmen aus einer Vielzahl von Bewerbungen auswählen konnten, hat sich das Verhältnis komplett umgedreht. Heute bewerben sich Unternehmen bei jungen Talenten – ein Paradigmenwechsel, den viele Betriebe erst noch vollziehen müssen. Laut einer aktuellen Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) aus 2024 informieren sich 89% der Jugendlichen online über potenzielle Arbeitgeber, bevor sie eine Bewerbung in Betracht ziehen.

Strategien für erfolgreiches Azubi-Recruiting in Kriebstein

Erfolgreiches Recruiting beginnt lange bevor ein Ausbildungsplatz offiziell ausgeschrieben wird. Unternehmen in Kriebstein müssen sich frühzeitig als attraktive Arbeitgeber positionieren und aktiv auf junge Menschen zugehen.

Frühzeitige Talentbindung durch Praktika und Ferienjobs

Der direkteste Weg, zukünftige Auszubildende kennenzulernen, führt über Schülerpraktika und Ferienjobs. Diese bieten beiden Seiten die Möglichkeit, sich unverbindlich kennenzulernen und erste Erfahrungen zu sammeln.

Klasse 7-8: Erste Berührungspunkte schaffen

Betriebsbesichtigungen, Mitmach-Tage oder kurze Schnupperpraktika ermöglichen erste Einblicke. In dieser Phase geht es darum, Interesse zu wecken und das Unternehmen als spannenden Ort vorzustellen.

Klasse 8-9: Pflichtpraktika als Chance nutzen

Die meisten Schulen in Sachsen verlangen ein zweiwöchiges Betriebspraktikum. Dies ist der ideale Zeitpunkt, um Schülerinnen und Schüler intensiv kennenzulernen und ihnen echte Aufgaben anzuvertrauen.

Klasse 9-10: Ferienjobs und verlängerte Praktika

Wer in den Ferien jobbt oder freiwillig ein weiteres Praktikum absolviert, zeigt ernsthaftes Interesse. Diese Phase eignet sich perfekt, um junge Talente langfristig zu binden.

Vor Ausbildungsbeginn: Kontakt halten und begleiten

Zwischen Zusage und Ausbildungsstart können mehrere Monate liegen. Regelmäßiger Kontakt, Einladungen zu Firmenevents und kleine Aufgaben halten die Motivation hoch und reduzieren die Abbruchquote.

Die Kraft von projektbasierten Aufgaben

Statt Praktikanten ausschließlich zuzuschauen zu lassen, sollten Unternehmen konkrete Projekte und Aufgaben anbieten. Dies hat mehrere Vorteile:

Vorteile projektbasierter Praktika für Unternehmen

  • Frühzeitige Einschätzung von Fähigkeiten, Arbeitshaltung und Potenzial der Schüler
  • Praktikanten entwickeln emotionale Bindung zum Unternehmen durch eigenverantwortliches Arbeiten
  • Reale Arbeitsergebnisse statt reiner Beschäftigungstherapie schaffen Mehrwert für beide Seiten
  • Authentische Einblicke in die Unternehmenskultur ohne künstliche Bewerbungssituationen
  • Mundpropaganda: Begeisterte Praktikanten werden zu Markenbotschaftern in ihrem Umfeld

Beispiele für sinnvolle Praktikums- und Ferienjob-Aufgaben

Je nach Branche und Unternehmensgröße können verschiedene Aufgaben gestellt werden, die sowohl lehrreich als auch produktiv sind:

BrancheBeispielaufgabeLerneffekt
Handwerk (z.B. Metallbau, Tischlerei)Planung und Umsetzung eines kleinen Werkstücks von der Skizze bis zur FertigstellungGesamter Produktionsprozess, Präzisionsarbeit, Qualitätskontrolle
EinzelhandelGestaltung einer Produktpräsentation oder Entwicklung einer Social-Media-KampagneKundenorientierung, Kreativität, Marketing-Grundlagen
IT und SoftwareEntwicklung einer kleinen App oder eines Website-Features unter AnleitungProgrammiergrundlagen, Projektmanagement, Teamarbeit
Verwaltung und BüroOrganisation einer Veranstaltung oder Optimierung eines BüroprozessesOrganisationstalent, Kommunikation, digitale Tools
Gastronomie und HotellerieErstellung eines neuen Menüs oder Gestaltung eines GästebereichsKreativität, Serviceorientierung, betriebswirtschaftliches Denken
Produktion und LogistikAnalyse und Verbesserung eines Lagerbereichs oder ProduktionsschrittsProzessdenken, Effizienz, praktische Problemlösung

Digitale Präsenz und moderne Ansprache

Schülerinnen und Schüler bewegen sich selbstverständlich in digitalen Welten. Wer als Unternehmen hier nicht präsent ist, wird schlicht nicht wahrgenommen. Eine moderne Recruiting-Strategie muss daher mehrere digitale Kanäle bespielen.

Die eigene Website als Visitenkarte

Die Unternehmenswebsite ist oft der erste Berührungspunkt. Folgende Elemente sollten nicht fehlen:

Karrierebereich für Schüler

Ein speziell auf junge Menschen zugeschnittener Bereich mit Informationen zu Praktika, Ausbildungsberufen und Ferienjobs – in verständlicher Sprache und ansprechendem Design.

Authentische Einblicke

Videos oder Foto-Galerien vom Arbeitsalltag, Interviews mit aktuellen Azubis und echte Mitarbeitergeschichten schaffen Vertrauen und Transparenz.

Unkomplizierte Kontaktmöglichkeiten

Niedrigschwellige Angebote wie ein Chatbot, WhatsApp-Kontakt oder ein einfaches Interessensformular erleichtern die erste Kontaktaufnahme.

Mobile Optimierung

Über 90% der Jugendlichen nutzen primär das Smartphone zur Informationssuche. Eine mobiloptimierte Website ist daher Pflicht, nicht Kür.

Social Media strategisch nutzen

Instagram, TikTok und YouTube sind die Plattformen, auf denen sich Jugendliche informieren und austauschen. Unternehmen müssen nicht auf allen Kanälen präsent sein, sollten aber ihre Zielgruppe dort abholen, wo sie sich aufhält.

Erfolgreiche Content-Ideen für Social Media

  • Behind-the-Scenes-Content: Zeigen Sie den Arbeitsalltag ungefiltert – das wirkt authentischer als Hochglanzproduktionen
  • Azubi-Übernahme: Lassen Sie Ihre Auszubildenden für einen Tag den Social-Media-Account übernehmen und ihre Perspektive zeigen
  • Challenges und Wettbewerbe: Interaktive Formate wie Rätsel, Challenges oder kreative Wettbewerbe erhöhen die Reichweite
  • FAQ-Reihen: Beantworten Sie häufige Fragen zu Bewerbung, Ausbildung und Karrieremöglichkeiten in kurzen, knackigen Videos
  • Erfolgsgeschichten: Stellen Sie ehemalige Azubis vor, die heute Führungspositionen innehaben – das zeigt Entwicklungsmöglichkeiten auf

Kooperationen mit Schulen in der Region aufbauen

In und um Kriebstein gibt es mehrere Schulen, die potenzielle Kandidaten ausbilden. Der Aufbau langfristiger Partnerschaften mit Oberschulen und Gymnasien in Waldheim, Hartha, Döbeln oder Mittweida zahlt sich mehrfach aus.

Möglichkeiten der Schulkooperation

Berufsorientierungstage und Messen

Präsentieren Sie Ihr Unternehmen bei schulischen Veranstaltungen mit interaktiven Ständen, Mitmach-Aktionen oder Live-Demonstrationen statt langweiligen Infobroschüren.

Expertenvorträge und Workshops

Bieten Sie Fachvorträge oder praktische Workshops an Schulen an. Das positioniert Sie als Experten und bringt Schüler mit Ihrem Unternehmen in Kontakt.

Patenschaften und Mentoring

Übernehmen Sie Patenschaften für Schulprojekte oder bieten Sie Mentoring-Programme an, bei denen Ihre Mitarbeiter Schüler begleiten.

Praxisnahe Projektarbeiten

Stellen Sie reale Aufgaben aus Ihrem Unternehmensalltag als Schulprojekte zur Verfügung. Schüler lernen praxisnah, Sie erhalten frische Perspektiven.

Die Rolle regionaler Netzwerke und Initiativen

Kriebstein und die Region Mittelsachsen profitieren von verschiedenen Initiativen zur Fachkräftesicherung. Die Zusammenarbeit mit regionalen Akteuren kann das eigene Recruiting deutlich effektiver machen.

Wichtige Anlaufstellen für Unternehmen in der Region

  • IHK Chemnitz: Bietet umfangreiche Beratung zur Ausbildung, Lehrstellenbörsen und Matching-Events zwischen Unternehmen und Schülern
  • Handwerkskammer Chemnitz: Spezialisiert auf handwerkliche Berufe mit eigenen Ausbildungszentren und Berufsorientierungsprogrammen
  • Agentur für Arbeit Döbeln: Vermittelt Praktikums- und Ausbildungsplätze und unterstützt bei der Berufsorientierung
  • Wirtschaftsförderung Landkreis Mittelsachsen: Koordiniert regionale Initiativen zur Fachkräftesicherung und vernetzt Unternehmen
  • Berufsschulen der Region: Wichtige Partner für duale Ausbildungsgänge mit engen Verbindungen zu Unternehmen

Gemeinsame Ausbildungsinitiativen nutzen

Gerade kleinere Unternehmen können nicht immer alle Facetten eines Ausbildungsberufs abdecken. Verbundausbildungen, bei denen mehrere Betriebe zusammenarbeiten, sind eine clevere Lösung. In Mittelsachsen gibt es bereits erfolgreiche Modelle, bei denen sich Unternehmen ergänzen und so ein umfassenderes Ausbildungsangebot schaffen können.

Praktikanten und Ferienjobber erfolgreich betreuen

Ein Praktikum oder Ferienjob ist nur so gut wie die Betreuung. Viele Unternehmen unterschätzen, wie prägend die ersten Arbeitserfahrungen für junge Menschen sind. Eine professionelle Begleitung ist entscheidend.

Die ersten Tage entscheiden

Checkliste für einen gelungenen Start

  • Persönliche Begrüßung durch die Geschäftsführung oder Ausbildungsleitung
  • Ausführliche Einführung mit Betriebsrundgang und Vorstellung des Teams
  • Klare Ansprechperson als Mentor oder Pate während der gesamten Zeit
  • Strukturierter Einarbeitungsplan mit konkreten Aufgaben und Zielen
  • Arbeitsplatz und benötigte Arbeitsmittel sind vorbereitet
  • Erklärung wichtiger Regeln, Abläufe und Sicherheitsbestimmungen
  • Offene Kommunikation über Erwartungen auf beiden Seiten

Während des Praktikums: Fördern und Fordern

Die Balance zwischen Überforderung und Unterforderung ist entscheidend. Praktikanten sollen gefordert werden und echte Verantwortung übernehmen, benötigen aber gleichzeitig Anleitung und Unterstützung.

Bewährte Praktiken erfolgreicher Unternehmen

  • Regelmäßige Feedbackgespräche: Wöchentliche kurze Runden zum Austausch über Fortschritte, Herausforderungen und Fragen
  • Steigende Verantwortung: Beginnen Sie mit einfachen Aufgaben und erhöhen Sie schrittweise die Komplexität
  • Einbindung in echte Projekte: Lassen Sie Praktikanten an realen Projekten mitarbeiten, deren Ergebnisse tatsächlich genutzt werden
  • Abteilungsübergreifende Einblicke: Ermöglichen Sie Einblicke in verschiedene Bereiche des Unternehmens
  • Soziale Integration: Laden Sie Praktikanten zu Teamevents ein und fördern Sie den informellen Austausch
  • Wertschätzung zeigen: Anerkennung für gute Arbeit motiviert enorm – sei es durch Lob, kleine Geschenke oder Zertifikate

Der Abschluss: Türen offen halten

Das Ende eines Praktikums oder Ferienjobs ist nicht das Ende der Beziehung, sondern idealerweise der Beginn einer langfristigen Bindung.

Abschlussgespräch führen

Besprechen Sie gemeinsam die Erfahrungen, geben Sie konstruktives Feedback und fragen Sie nach der Zufriedenheit. Zeigen Sie konkrete Perspektiven auf.

Qualifiziertes Zeugnis ausstellen

Ein aussagekräftiges Praktikumszeugnis ist für Schüler wertvoll für weitere Bewerbungen. Investieren Sie Zeit in eine individuelle Formulierung.

Kontakt pflegen

Bleiben Sie in Verbindung über Social Media, Newsletter oder persönliche Einladungen zu Firmenevents. So bleiben Sie im Gedächtnis.

Konkrete Angebote machen

Wenn Sie überzeugt sind, sprechen Sie frühzeitig eine Ausbildungsplatz-Zusage aus oder bieten Sie weitere Praktika in den Ferien an.

Rechtliche Rahmenbedingungen für Praktika und Ferienjobs

Bei der Beschäftigung von Schülern unter 18 Jahren gelten besondere Regelungen, die Unternehmen unbedingt beachten müssen. Das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) schützt junge Menschen vor Überlastung und gesundheitlichen Gefahren.

Wichtige rechtliche Aspekte im Überblick

BereichRegelung für unter 15-JährigeRegelung für 15- bis 17-Jährige
Arbeitszeit täglichMaximal 7 Stunden (nur leichte Tätigkeiten)Maximal 8 Stunden (40 Stunden/Woche)
Arbeitszeit während SchulzeitNur in Ferienzeiten erlaubtEingeschränkt möglich (max. 2 Stunden/Tag)
PausenNach 4,5 Stunden mindestens 30 MinutenNach 4,5 Stunden mindestens 30 Minuten, nach 6 Stunden mindestens 60 Minuten
NachtruheZwischen 20:00 und 6:00 UhrZwischen 20:00 und 6:00 Uhr (Ausnahmen in bestimmten Branchen möglich)
WochenendarbeitGrundsätzlich verbotenGrundsätzlich verboten (Ausnahmen in Gastronomie, Landwirtschaft etc.)
VergütungKeine Pflicht bei Praktika, üblich bei FerienjobsMindestlohn ab 18 Jahren, darunter freiwillig

Versicherung und Vertragliches

Auch bei kurzfristigen Praktika sollten grundlegende Vereinbarungen getroffen werden:

  • Praktikumsvertrag: Regelt Dauer, Tätigkeitsbereich, Arbeitszeiten und eventuell Vergütung
  • Unfallversicherung: Schüler sind während Pflichtpraktika über die Schule versichert, bei freiwilligen Praktika und Ferienjobs über das Unternehmen
  • Datenschutz: Einwilligungen für Fotos, Videos oder Veröffentlichungen einholen (bei Minderjährigen von den Erziehungsberechtigten)
  • Schweigepflicht: Sensibilisierung für Vertraulichkeit von Betriebsinterna

Erfolgsmessung und kontinuierliche Verbesserung

Wie bei allen Unternehmensprozessen gilt auch beim Azubi-Recruiting: Messen, analysieren und optimieren. Nur wer seine Erfolge und Misserfolge systematisch auswertet, kann sich kontinuierlich verbessern.

Wichtige Kennzahlen im Azubi-Recruiting

Bewerbungsquote

Verhältnis Praktikanten zu späteren Bewerbern

Übernahmequote

Anteil ehemaliger Praktikanten, die Ausbildung beginnen

Abbruchquote

Anteil Praktikanten/Azubis, die vorzeitig abbrechen

Zufriedenheit

Feedback-Score von Praktikanten und Azubis

Feedbackkultur etablieren

Regelmäßiges Feedback ist in beide Richtungen wichtig. Anonyme Umfragen am Ende eines Praktikums geben wertvolle Hinweise auf Verbesserungspotenziale:

  • Wie war die Betreuung und Anleitung?
  • Waren die Aufgaben interessant und lehrreich?
  • Fühlten Sie sich im Team willkommen?
  • Würden Sie das Unternehmen weiterempfehlen?
  • Können Sie sich vorstellen, hier eine Ausbildung zu beginnen?
  • Was könnte verbessert werden?

Zukunftsperspektive: Innovative Recruiting-Ansätze

Die Arbeitswelt verändert sich rasant, und damit auch die Anforderungen an modernes Recruiting. Unternehmen in Kriebstein sollten offen für neue Ansätze sein, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben.

Virtual Reality und digitale Betriebsrundgänge

360-Grad-Videos oder VR-Anwendungen ermöglichen es Schülern, ein Unternehmen bequem von zu Hause aus kennenzulernen. Gerade für kleinere Betriebe in ländlichen Regionen kann dies die Reichweite deutlich erhöhen.

Gamification im Bewerbungsprozess

Spielerische Elemente in der Bewerberansprache – etwa durch Quiz, Escape Rooms oder Challenges – machen den Bewerbungsprozess attraktiver und ermöglichen gleichzeitig eine bessere Einschätzung von Fähigkeiten.

Influencer-Marketing und Azubi-Botschafter

Aktuelle und ehemalige Auszubildende als authentische Markenbotschafter einzusetzen, wirkt glaubwürdiger als jede Werbekampagne. Sie sprechen die Sprache der Zielgruppe und kennen deren Bedürfnisse aus eigener Erfahrung.

Die Zukunft des Recruitings in Kriebstein mitgestalten

Die InnoAcademy arbeitet daran, innovative Plattformen zu schaffen, die Unternehmen und Schüler in der Region auf neue Weise zusammenbringen. Durch projektbasierte Aufgaben können junge Talente Unternehmen authentisch kennenlernen, während Betriebe frühzeitig vielversprechende Nachwuchskräfte identifizieren.

Sie möchten informiert werden, sobald die InnoAcademy in Kriebstein verfügbar ist? Oder Sie haben Ideen und Anregungen, wie dieses Projekt in Ihrer Region umgesetzt werden könnte?

Kontaktieren Sie uns über unser Formular oder direkt über LinkedIn: Patrick Mehner (linkedin.com/in/patrick-mehner-mwe/)

Fazit: Erfolgreiches Recruiting ist Beziehungsarbeit

Azubi- und Praktikanten-Recruiting in Kriebstein und der gesamten Region Mittelsachsen erfordert heute mehr als das Schalten von Stellenanzeigen. Es geht um den Aufbau langfristiger Beziehungen, authentische Einblicke und echte Wertschätzung für junge Menschen.

Unternehmen, die frühzeitig beginnen, Schüler über Praktika und Ferienjobs kennenzulernen, ihnen sinnvolle Aufgaben anvertrauen und sie professionell betreuen, sichern sich einen entscheidenden Vorteilsprung im Wettbewerb um die besten Talente. Die Investition in gutes Azubi-Recruiting zahlt sich mehrfach aus: durch motivierte Auszubildende, geringere Abbruchquoten und letztlich durch qualifizierte Fachkräfte, die dem Unternehmen langfristig treu bleiben.

Der demografische Wandel lässt sich nicht aufhalten, aber mit den richtigen Strategien können auch kleinere Unternehmen in ländlichen Regionen wie Kriebstein erfolgreich Nachwuchs gewinnen. Der Schlüssel liegt darin, authentisch zu sein, digitale Möglichkeiten zu nutzen und junge Menschen als das zu sehen, was sie sind: die Zukunft des Unternehmens.

Warum ist es so schwierig, in Kriebstein Auszubildende zu finden?

Die Herausforderung liegt in mehreren Faktoren: Der demografische Wandel führt zu sinkenden Schulabgängerzahlen in der Region Mittelsachsen. Gleichzeitig konkurrieren Unternehmen in Kriebstein nicht nur regional, sondern auch mit Großstädten wie Chemnitz und Leipzig um Talente. Junge Menschen haben heute höhere Erwartungen an Arbeitgeber bezüglich Unternehmenskultur, Entwicklungsmöglichkeiten und Work-Life-Balance. Klassische Recruiting-Methoden reichen nicht mehr aus – Unternehmen müssen sich aktiv bei den Jugendlichen bewerben und frühzeitig Beziehungen aufbauen.

Ab welchem Alter können Schüler Praktika oder Ferienjobs in meinem Unternehmen machen?

Grundsätzlich können Schüler ab 13 Jahren leichte Tätigkeiten im Rahmen von Ferienjobs ausüben, allerdings mit strengen zeitlichen Beschränkungen (maximal 2 Stunden täglich). Für klassische Betriebspraktika sind Schüler meist ab 14-15 Jahren interessant, da in dieser Altersgruppe die Berufsorientierung beginnt. Ab 15 Jahren gelten erweiterte Möglichkeiten – Jugendliche dürfen bis zu 8 Stunden täglich und 40 Stunden wöchentlich arbeiten, allerdings nur in den Schulferien. Wichtig ist, stets die Bestimmungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes zu beachten.

Müssen wir Praktikanten und Ferienjobber bezahlen?

Bei Pflichtpraktika, die im Rahmen der schulischen Ausbildung absolviert werden, besteht keine Vergütungspflicht. Bei freiwilligen Praktika und Ferienjobs ist eine Bezahlung nicht gesetzlich vorgeschrieben, wird aber dringend empfohlen. Eine angemessene Vergütung – auch wenn sie unter dem Mindestlohn liegt, der erst ab 18 Jahren gilt – zeigt Wertschätzung und macht Ihr Unternehmen attraktiver. Viele erfolgreiche Unternehmen zahlen ihren Schülerpraktikanten zwischen 50 und 150 Euro pro Woche, bei Ferienjobs entsprechend mehr. Dies ist eine Investition, die sich durch motiviertere Praktikanten und besseres Image auszahlt.

Wie kann ich als kleines Unternehmen mit größeren Firmen um Azubis konkurrieren?

Kleine Unternehmen haben durchaus Vorteile gegenüber Großkonzernen: persönlichere Betreuung, vielseitigere Einblicke in verschiedene Bereiche, flache Hierarchien und die Möglichkeit, schnell Verantwortung zu übernehmen. Setzen Sie auf diese Stärken! Zeigen Sie Authentizität statt Hochglanzbroschüren, bieten Sie individuelle Förderung und echte Entwicklungsperspektiven. Besonders wichtig: Nutzen Sie persönliche Kontakte und regionale Netzwerke. Kooperieren Sie mit lokalen Schulen, seien Sie bei Berufsmessen präsent und pflegen Sie langfristige Beziehungen zu ehemaligen Praktikanten. Digitale Präsenz auf Social Media hilft zusätzlich, um auch jüngere Zielgruppen zu erreichen.

Was macht ein gutes Schülerpraktikum aus Sicht der Jugendlichen aus?

Schüler zwischen 13 und 15 Jahren wünschen sich vor allem authentische Einblicke und echte Aufgaben. Ein gutes Praktikum zeichnet sich aus durch: eine persönliche Betreuung mit festem Ansprechpartner, sinnvolle Projekte statt reines Zuschauen, die Möglichkeit selbst etwas zu gestalten und Ergebnisse zu sehen, Einblicke in verschiedene Abteilungen und Tätigkeiten, ein freundliches Team, das Fragen beantwortet und unterstützt, sowie Wertschätzung für geleistete Arbeit. Jugendliche möchten gefordert, aber nicht überfordert werden. Sie schätzen es, wenn ihre Meinung gehört wird und sie einen echten Beitrag leisten können. Regelmäßiges Feedback und die Anerkennung guter Leistungen sind ebenfalls wichtig für eine positive Erfahrung.

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